Barbara Keller-Inhelder
Wer verbreitet Unwahrheiten?!  
9. Mai 2008
Erschienen in: Südostschweiz

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Leserbrief Südostschweiz: Wer verbreitet hier Unwahrheiten?!

Im Bericht der «Südostschweiz» vom 6. Mai behauptet die CVP St. Gallen, erstmals in der Aprilsession von mir informiert worden zu sein. Ich konnte nachweisen, dass ich bereits zehn Tage nach dem Übernahmeangebot der SVP, am 9. November, die Parteileitung der CVP Rapperwil-Jona informiert hatte, dass ich dieses Übernahmeangebot erhalten habe und dass ich in der CVP sehr unglücklich war und mir daher diesen – unvorstellbaren – Schritt tatsächlich überlege. In der zweiten Pressemitteilung gibt Iwan Köppel nun zu, dass ich tatsächlich sofort und schon im November entsprechend informiert hätte! Wer genau hat nun eine Halb- oder Unwahrheit von sich gegeben?

Weiter behauptet Iwan Köppel, ich hätte ihm persönlich «CVP-Treue kommuniziert». Ich hätte ihm mitgeteilt, dass ich mich entschieden habe, definitiv bei der CVP zu bleiben. Auf meine Nachfrage, wann, wo und unter was für Umständen und in Anwesenheit welcher Personen ich so etwas getan haben soll, sagte er mir, er könne sich nicht erinnern, er führe auch nicht über jedes Gespräch Notizen. Ich hingegen schon, über die Wichtigen! Also wer verbreitet hier wohl Halb- oder Unwahrheiten?

Die besagte, vom Parteipräsidenten als höchst dringlich angekündigte Sitzung vom 9. November, fand mit folgenden Anwesenden statt: Dem Ortsparteipräsidenten Stefan Schmidmajer, dem Vizepräsidenten Walter Domeisen und den Vorstandsmitgliedern Rolf Späni und Toni Kühne. Benedikt Würth war auch aufgeboten worden, erschien aber nicht.

Heute tut Benedikt Würth öffentlich so, als ob er kaum etwas davon gewusst hätte. Als ob Walter Domeisen nach dieser Mittagssitzung zurück ins Stadthaus marschiert wäre, und seinen engen Kollegen Benedikt Würth nicht über alles informiert hätte. Und dies, obwohl der Parteipräsident ankündigte, es gehe bei dieser Sitzung «sozusagen um Leben und Tod». Dass Benedikt Würth an der Sitzung persönlich anwesend war, habe ich zu keinem Zeitpunkt behauptet. Also nochmals: Wer verbreitet hier nun wohl Halb- und Unwahrheiten?

Ich befand mich am 9. November unmittelbar vor der Nomination für den Kantonsrat. Dass ich klar bereit war, aus der CVP zurückzutreten und für die SVP für die Wahlen anzutreten, kann ich belegen: Ich habe am 8. November um 10 Uhr morgens SVP-Kantonsrat Paul Meier aufgesucht, mit dem ich in der Vergangenheit zusammengearbeitet habe, und mit ihm das allfällige Vorgehen besprochen. Ich kann auch ohne unbescheiden erscheinen zu wollen versichern: Ich machte mir keine Sorgen, auf der SVP-Liste nicht gewählt zu werden, zu deutlich waren in der Vergangenheit die positiven Signale gewesen, die ich von Seiten vieler SVP-Wähler erhalten habe. Christopher Bünzli bot mir sogar an, auf seine Kandidatur zu verzichten, um mir Platz zu machen, falls ich mich für die SVP entscheiden könnte.

Heute verkünden Benedikt Würth und Iwan Köppel, nichts davon zu wissen, dass man mich in der Parteileitung gebeten hatte, einen solchen Schritt doch ja nicht noch vor den Wahlen zu machen. Klar, sie waren ja auch nicht dabei, suggerieren nun aber trotzdem, das sei gar nie passiert! Denjenigen, die mich darum baten, ging es darum, für die CVP einen erheblichen Reputationsschaden zu verhindern, denn die Frage wäre wohl – so schön vor den Wahlen – eindringlich gestellt worden, wieso denn genau ich einen so schmerzvollen Schritt machen musste, was denn da los sei, mit der CVP. Ich war gleichzeitig froh um diese Bitte, da ich selber diesen Schritt nicht voreilig tun wollte, zu wichtig und einschneidend erschien er mir damals und heute.

Als vorläufigen Höhepunkt behauptet die CVP nun, ich wolle eben unbedingt in den Stadtrat und erhoffe mir bei der SVP bessere Chancen. Das muss klar gestellt werden: Um in den Stadtrat zu kommen, hätte ich ganz bequem in der CVP bleiben können, im Herbst sind die Chancen für alle Nicht-Bisherigen winzig klein, aber in vier Jahren wäre die CVP wohl nicht um mich herumgekommen, und da werden ja bekanntlich auch beide CVP-Sitze frei. Walter Domeisen wird pensioniert, und Benedikt Würth beabsichtigt, in die Regierung zu gehen.

Ich sehe mich konfrontiert mit einer unchristlichen CVP, die gerade selber aufzeigt, warum ich diesen schmerzhaften Schritt machen musste.
Barbara Keller-Inhelder, Rapperswil-Jona

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